Vertrauen ins Leben – gerade in unsicheren Zeiten
- Michèle
- 26. Aug. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Dez. 2025
Vertrauen ins Leben entsteht oft dort, wo wir es am wenigsten erwarten. Die Natur lebt es uns vor – jedes Jahr aufs Neue. Nach Zeiten der Kälte beginnt sie wieder zu blühen, Farben kehren zurück, neues Leben erwacht. Ohne Zögern wächst sie weiter und erinnert uns daran, dass das Leben selbst immer einen Weg nach vorne findet – selbst in einer Welt, die von Unsicherheit und Krieg gezeichnet ist.
Das Leben ist ein unendlicher Fluss aus Veränderungen, Wendungen und Überraschungen. Oft stehen wir an Kreuzungen und wissen nicht, welcher Weg der richtige ist, oder wir spüren Ängste vor dem Unbekannten. In solchen Momenten kann Vertrauen wie ein stilles Licht in uns leuchten – ein innerer Anker, der Halt gibt, auch wenn im Außen vieles ins Wanken gerät.
Vertrauen bedeutet nicht, blind zu hoffen oder die Augen vor Herausforderungen zu verschliessen. Es ist ein tiefes inneres Wissen: Ich bin nicht allein. Ich werde getragen. Ein Bewusstsein dafür, dass eine liebevolle Kraft – sei es die Schöpfung, das Universum oder das Leben selbst – uns hält, auch dann, wenn wir den Weg noch nicht erkennen können.
Dieses Vertrauen wächst Schritt für Schritt. Es zeigt sich in kleinen Momenten: in einem bewussten Atemzug, einem inneren Ja zur eigenen Wahrheit, einem liebevollen Blick auf die Schönheit von Mutter Erde. Jeder dieser Augenblicke öffnet uns ein wenig mehr für das Vertrauen, das tief in uns wohnt.
Wenn wir lernen, uns diesem Vertrauen hinzugeben, entfaltet sich innerer Frieden. Wir erkennen, dass wir nicht alles festhalten oder kontrollieren müssen. Selbst mitten in Unsicherheit und Sturm bleibt eine leise, verlässliche Gewissheit: Wir sind gehalten. Wir sind geliebt. Wir sind geführt.
Vertrauen ist wie ein Samen, den wir in unser Herz pflanzen. Er wächst, wenn wir ihn pflegen, kleine Schritte gehen – auch dann, wenn wir uns unsicher fühlen – und innehalten, um die feinen Zeichen der Führung wahrzunehmen. Daraus erwachsen Mut, Gelassenheit und eine tiefe Freiheit: die Freiheit, das Leben anzunehmen, so wie es ist, und jeden Moment als Geschenk zu erkennen.
Gerade in Zeiten, in denen die Welt unruhig ist, in denen Kriege, Gewalt und Umweltkatastrophen unermessliches Leid bringen, ist es umso wichtiger, auf Licht und Liebe zu vertrauen. Dieser Weltschmerz darf uns wachrütteln und uns ermutigen, für unsere Herzenswahrheit einzustehen. Auch wenn Angst, Trauer und Unsicherheit unsere Herzen schwer machen, ist es genau jetzt essenziell, einen Funken Hoffnung zu nähren und ihn in die Welt zu tragen.
Indem wir auf unsere Herzen hören und unserer Wahrheit folgen, setzen wir ein Zeichen. Wir sind es, die für die Liebe einstehen können. Liebe bedeutet nicht, zu allem Ja zu sagen. Liebe bedeutet, für das Licht einzustehen – und das bedingt manchmal auch ein Nein. Vielleicht schwimmen wir dabei gegen den Strom. Doch ein klares Nein kann der treueste Ausdruck unserer Wahrheit sein.
Erinnern wir uns an die Geschichte des mutigen Jesus, so lehrt sie uns, dass selbst das Heilige und Lichtvolle auf Widerstand stösst – und dass gerade darin eine tiefe Kraft liegt. Diese Zeiten laden uns ein, Weisheit, Stärke und Liebe inmitten der Dunkelheit zu erkennen und uns bewusst zu fragen, wie wir uns unsere gemeinsame Zukunft als Menschheitsfamilie auf diesem paradiesischen Planeten wünschen.
Jeder Moment, in dem wir Liebe und Mitgefühl wählen, jedes Wort der Versöhnung, jede helfende Hand und jedes Gebet für Frieden trägt dazu bei, dass Wandel und Heilung in die Welt fliessen. Wir sind Mitschöpferinnen und Mitschöpfer dieser Welt.
Und aus diesem Vertrauen erwächst eine leise, aber kraftvolle Einladung: Wir dürfen selbst zu dem Licht werden, das wir in der Welt sehen wollen. Inmitten von Chaos, Angst und Zerstörung können unsere kleinen Taten der Achtsamkeit, der Mitmenschlichkeit und der Fürsorge wie Samen des Friedens aufgehen.
Denn Vertrauen ist letztlich mehr als eine Haltung gegenüber dem Leben. Es ist eine Begegnung mit dem Göttlichen in uns selbst – die Gewissheit, dass wir niemals allein sind, egal wie stürmisch die Zeiten auch sein mögen, und dass wir mit jedem Atemzug Hoffnung, Liebe und Wandel in die Welt tragen.
Im Vertrauen kehren wir heim – zu uns selbst und zum Leben.
"Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt" - Mahatma Gandhi



